Titan gilt in der Zerspanung zu Recht als Königsdisziplin. Die Kombination aus hoher Festigkeit, Zähigkeit und geringer Wärmeleitfähigkeit fordert Werkzeug und Maschine gleichermaßen heraus. Während beim Schruppen enorme Kräfte wirken, kommt es beim Schlichten zumeist auf filigrane Präzision an. Besonders beim Schlichten komplexer Geometrien mit Vollradiusfräsern steht man vor der Herausforderung, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Oberflächengüte und Prozesssicherheit zu finden.
Doch was tun, wenn für eine komplexe Geometrie kein „Titan-Spezialist“ mit hoher Standzeit im Werkzeugschrank liegt? Werden herkömmliche Werkzeuge eingesetzt, kommt es durch die hohe thermische Belastung an der Schneidkante zu schnellem Verschleiß und einer mangelhaften Oberflächenqualität.
In der Praxis steht man zudem oft auch vor schwierigen Einbausituationen. Ein konkretes Anwendungsbeispiel zeigt das Problem: Um tiefe Kavitäten zu erreichen, wird ein Werkzeug mit einer Gesamtlänge von 422 mm benötigt, das mit dieser Auskragung sehr schwingungsanfällig ist.